Lutz Schelhorn
Hauptbahnhof Stuttgart vor 21
Analoge Fotokompositionen
"manche der Schwarz-Weiß-Aufnahmen erinnern an jene Bilder, die einst die New Yorker Central Station zum Mythos machten." Stuttgarter Zeitung am 13.06.2009
Lutz Schelhorn fängt mit seiner Kamera das letzte Kapitel in der Geschichte des jetzigen Bahnhofs ein. Der Bahnhof verändert sich, weil alles noch schneller gehen soll. Kopfbahnhöfe bremsen. Schelhorn setzt dem Rausch der Geschwindigkeit das Tempo einer Schnecke entgegen. Sein Blick auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof ist kein flüchtiger. Der Fotograf nimmt sich Zeit, die kaum einer der eiligen Passanten hat, die an ihm und seiner Kamera vorübereilen.
Umbrüche werden radikal vollzogen. Auch in der Fotografie. Die digitale Fotografie macht alles einfacher, schneller, bequemer und beliebter. Bisher bewährte Lösungen verschwinden. Und damit deren Vorzüge und Charme. Gerade diese Parallele zwischen dem Kopfbahnhof und der analogen Fotografie im Mittel und Großformat macht das Projekt so spannend. Mit einer Fachkamera fotografiert man mit Ruhe. Ein Foto ist eine Komposition. Es wird ein Ausschnitt bestimmt, das Licht gemessen, Blende und Zeit festgelegt, präzise scharf gestellt, eine Filmkassette eingelegt, der Verschluss gespannt, und im richtigen Augenblick ausgelöst. Ein so entstandenes Lichtbild ist keine Auswahl, kein Zufallsprodukt aus einer unendlichen Reihe von geschossenen digitalen Fotos.
Wird der Bahnhof sich erst verändern, ist das Projekt nie mehr durchführbar. Es ist möglicherweise die letzte Gelegenheit, die zwei alten Elemente „Stuttgarter Kopfbahnhof“ und „Analoge Bildtechnik“ zusammenzubringen. Zusammenzubringen wie schon bei der Erschaffung des Bahnhofes vor fast 100 Jahren.
Das Projekt ist auf die Dauer von mindestens einem Jahr angelegt. Am Ende soll eine Ausstellung die Arbeit abschließen.
Alle Aufnahmen wurden mit einer Mamiya 7 II und mit einer Plaubel Peco Profia 4x5 realisiert und auf
S/W-Negativfilm belichtet.
Prolab begleitet dieses Projekt, und sponsert als Fotofachlabor die komplette Filmentwicklung.
>>Weitere Informationen zur Filmentwicklung
www.lutz-schelhorn.de
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