David Spaeth / Patricia Kempf
Dem Himmel so nah
Ausstellung 20. März – 18. April 2009
Galerie Artary, Wilhelmstraße 5, 70182 Stuttgart
Öffnungszeiten: Di. – Sa. 12 - 18 Uhr
Der eidgenössische Mythos der modernen Willensnation gründet sich auf Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und
Freiheit. Zu dieser Freiheit gehört auch der Freitod, und bildet so einen Höhepunkt der Schweizer Gegensätze.
Die Schweiz hat die höchste Selbstmordrate Europas. Von hunderttausend Eidgenossen töten sich 30 selbst.
Ein Suizid hat mit dem Wunsch nach Freiheit und Eigenverantwortung zu tun. Auch mit der Schande, die es
bedeutet, nicht zu funktionieren und jemandem zur Last zu fallen. Vielleicht auch mit der Sehnsucht nach etwas
Großem, von dem man das Gefühl hat, dass es einem für immer entglitten ist.
Die Intensität der Sehnsucht kann konkret mit der Landschaft, mit den Bergen, mit der Wucht der Schönheit der
Natur zusammenhängen, die in der Schweiz immer relativ nah und von fast überall her vom Horizont sichtbar ist.
Ihre Größe suggeriert die Vorstellung, endlich Platz zu haben, die Idee von einem Ort an dem man ohne
Spannung leben könnte.
Das Ende des Landes konkurriert mit der Distanziertheit seiner Bürger.
Die Sehnsucht nach Identität ist eng mit dem Heimweh verwandt, und Heimweh wiederum speist sich aus der
Verbundenheit mit der Landschaft. Das Heimweh ist eine Schweizer Erfindung. Die Schweizer Mentalität ist
zutiefst romantisch.
Das Versprechen einer gewaltigen, schweigenden Natur ist immer noch an die Heimat gebunden, genauso wie
die Vorstellung der Freiheit und Unabhängigkeit: es ist die Idee von etwas "Richtigem", Unverfälschtem, das es
einmal gegeben hat und für das man eigentlich bestimmt ist.
Auf der Suche nach dem Horizont.
Die Serie Dem Himmel so nah wurde von Prolab produziert.
Material: Fine-Art-Prints auf Hahnemühle Photo Rag, Kaschierung auf Aludibond größtenteils mit
Schattenfugenrahmen. + 1x Fine-Art-Print auf Fotopapier 250g/m², Sandwichkaschierung zwischen Acrylglas und Aludibond.
www.davidspaeth.com www.artary.de
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