Ingrid Pohl: I´ve got the whole world in my hands, Kindheit - Jugend

Ab Freitag. 06. Mai, ab 17:30 Uhr


In diese beiden Serien „Kindheit“ und „Jugend“ versucht Ingrid Pohl sich einigen existentiellen Gefühlszuständen beider Daseins-Phasen fotografisch zu nähern. Ein Kind und auch Jugendliche drücken in spielerischer Unbefangenheit hinter einer Glaswand zugleich Lebenslust und Lebensangstaus. Das Milchglas als ein Symbol verweist in mehrfacher Hinsicht auf eine Trennwand zwischen Innen - und Außenwelt, sowohl konkret als auch mental. Es läßt Fotografin und Betrachter spüren, daß die Deutungen des Wahrgenommenen Grenzen haben und unscharf bleiben müssen, weil wir die Grenzen zum Anderen nicht wirklich überschreiten können. Wer steht vor, wer hinter der Glasscheibe? Wer weist wem seinen Platz zu? Wo sind die Grenzen der Akzeptanz und des Ertragen-Könnens von Getrenntheit und Grenzziehungen beim Kind, beim Jugendlichen, beim Erwachsenen?


Kindheit und Jugend sind in besonderer Weise bestimmt von megalomanen Träumen und Phantasien, begleitet von intensivsten Hochgefühlen, die im nächsten Augenblick wieder zusammenbrechen und in tiefste Verunsicherung, Ängste, Verlorenheit und Schmerz stürzen. Der Boden von Innen- und Außenwelt schwankt oder ist mit dem jugendlichen Überschuß anAllwissenheit gesättigt, die Welt buchstäblich in den Händen zu halten. Aus diesem Boden spriessen aber auch Poesie und Zärtlichkeit, erste Verliebtheit und eine neue Art von Neugier auf das Unbekannte, das darauf wartet entdeckt zu werden.

Ingrid Pohl ist zur Ausstellungseröffnung anwesend.





Über die Künstlerin:
Ingrid Pohl beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Abstrakter Fotografie und entdeckte für sich mit der Zeit die Faszination von Zwischenwelten zwischen Abstraktem und Gegenständlichem. Sie ist überzeugt, daß in den Zwischen- Welten und Zwischen-Zeiten (u.a. im heranwachsendem Alter) das Wesen der Wirklichkeit liegt mit seiner unendlichen Vielfalt und mit all seinen unergründlichen Mehrdeutigkeiten. Als Psychoanalytikerin ist sie gewohnt, vertraute Seh-und Erfahrungsgewohnheiten aufzulösen, um aus dem Dunkel des Un-Bewußten neue Bilder und Vorstellungen auftauchen zu lassen. Als Fotografin arbeitet sie mit der Kamera nach der gleichen Vorgehensweise,um so dem Nicht-Gewußten einen Raum zu geben zur Generierung unbekannter neuer Relationen, Realitäten und Wahrnehmungsmöglichkeiten.


www.ingrid-pohl.de